Gibt es hochwertiges Eiweiss in der Rohkost?

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Sobald ich jemandem erzähle, dass ich mich vegan und obendrauf noch rohköstlich ernähre, sind die Leute total erstaunt. Es ist klar, wie die am öftesten gestellte Frage lautet: „Wo bekommst du bloß bei dieser veganen Rohkost-Ernährung deine Proteine her? Du isst doch gar nichts Vernünftiges!“ Die Antwort auf die Frage findest Du in diesem Artikel.

 Viele Athleten und sportliche Menschen haben Angst, beim Übergang zur Rohkost-Ernährung ihre Muskelmasse, die sie lange und mühsam aufgebaut haben, zu verlieren. Und das hält sie von der veganen Rohkost ab. Kann man denn überhaupt mit der Rohkost die Muskeln erhalten?

Unter den Fleischessern besteht die Annahme, dass unser Organismus nicht alle essentiellen Aminosäuren herstellen kann und diese mit der Nahrung in Form von tierischem Eiweiss zugeführt werden müssen, ansonsten wird sich die Muskelmasse nicht entwickeln und sogar zurückbilden. Aber warum leben denn Millionen Vegerarier, Veganer und Rohköstler ohne Fleisch und es gibt sogar Leistungssportler unter ihnen? Diese Menschen zeigen, dass du als Rohveganer eine Top-Leistung und Top-Form erreichen kannst. Alles hängt vom Wissen, Disziplin, dem Grad des Krafteinsatzes, Regelmässigkeit, Motivation und natürlich der richtigen Ernährung ab.

Erstens, um Muskeln und die Form zu erhalten, musst Du trainieren. Ich kenne viele Menschen, die denken: „Was soll ich bloss essen, damit die Muskeln wachsen?“ Vergiss es, denn das wird nicht passieren! Gute Ernährung spielt nicht die letzte Rolle, aber sie ist nicht das Allerwichtigste.

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Es gibt eine Gruppe von Rohköstlern (Frutarier), die sich überwiegend von Obst ernähren. Diese Art von Ernährung besteht überwiegend aus Obst-Kohlenhydraten, was zu einer globalen Reinigung und der Umstellung des Körpers führt. Nach dieser erfolgreichen Umstellung werden die Aminosäuren zu 100% vom Körper selbst hergestellt, und die übertriebene Eiweiss-Einnahme mit dem Essen ist nicht notwendig. Dieses im Körper hergestellte Protein ist nicht irgendein fremdes Protein, und auch nicht mal pflanzliches – das ist einzigartiges Protein, das zu 100% absorbiert und eingesetzt wird.

Aber es gibt einen Hacken: Damit unser Körper anfängt, selbst die Aminosäuren herzustellen, braucht er Zeit für die Umstellung und Adaptation. Das heisst, dass in dieser Zeit ein Eiweissmangel herrschen wird, und der Abbau von Muskelmasse nicht zu vermeiden ist! Die Übergangsphase kann dabei 7-8 Monate oder auch länger dauern.

Bei dieser Umstellung geht es um die Wiederherstellung eines gesunden Darms, weil genau da idealerweise Mikroorganismen wohnen, die natürliche Nahrung in Aminosäuren und Vitamine verwandeln. Voraussetzung ist ein gut funktionierender Dickdarm.

Das Problem mit Fleisch und Co. ist, dass es die natürliche Funktionen der Aminosäurenbildung im Dickdarm unterdrückt. Der Darm kann praktisch nur den minimalen Anteil seiner Aufgaben erledigen. Wenn man langfristig zu viele fremdartige Eiweisse und konzentrierte Substanzen verwendet, unterdrückt das die Mikroflora des Dickdarms und behindert die Selbstregulierungsfunktion des Organismus. Jahrelanger Konsum von tierischem unnatürlichen Protein bleibt nicht folgenlos.

Es gibt jedoch eine andere Lösung.

Bei der bewussten ausgewogenen Rohkost-Ernährung kann man von Anfang an die notwendige Menge an rohen pflanzlichen Proteinen verzehren und die Übergangsphase mit dem Muskelverlust vermeiden. Die aktiven Veganer, Rohköstler und Rohkostinteressierte sollten daher der ausgewogenen Ernährung und dem hochwertigen rohen pflanzlichen Eiweiss besondere Aufmerksamkeit schenken. Wenn du von Anfang an der Rohkostumstellung auf die rohe pflanzliche Proteinannahme achtest, wirst Du sofort die Muskelmasse aufbauen können. Aber wo gibt es dieses natürliche Eiweiss?

Eigentlich ist Eiweiss zu einem gewissen Anteil in allen Pflanzen vorhanden. Es gibt jedoch einige Spitzenreiter, die über besonders viel hochwertiges Protein verfügen.

Hier ist eine Auflistung von besonders proteinhaltigen rohen Pflanzen:

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  • grüne Wildkräuter
  • Sprossen und Keimlinge von Mungobohnen, Brokkoli, Amaranth, Buchweizen, Bohnen allgemein, Abfallfa, Erbsen und viele andere
  • Hanfsamen
  • Algen
  • Bio Gemüse (Brokkoli, Blumenkohl, Kohl, Zucchini, Gurken, grüner Spargel)
  • frische Erbsen
  • Grüne Salate
  • Champignons
  • Mandeln
  • Nüsse und Samen (Paranüsse, Haselnüsse, Sonnenblumenkrerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Chia-Samen)

 Wichtig bei der Proteinzufuhr ist seine Verwertbarkeit!

Sprossen sind generell die beste Proteinquelle für Rohköstler. Die Keimlinge sind voller lebendiger Vitalstoffe und entfalten all ihre Lebenskraft. Während der Keimphase werd der Gehalt an Enzymen, Sekundärpflanzenstoffen, Fettsäuren, Vitaminen und Aminosäuren um das vielfache erhöht, was deren Verwertbarkeit für den Körper optimal macht. Das ist ein enormer Vorteil, den du dir nicht entgehen lassen solltest! Sprossen kannst du ganz einfach selbst ziehen.

Ebenfalls super geeignet sind Wildkräuter und grüne Blätter. Einfach eine Menge in den Mixer tun und mit ein paar Äpfeln oder anderem Lieblingsobst durchmixen.

Ansonsten achte auf Lebensmittelkombinationen. Wenn du schlecht kombinierst und alles im Magen durcheinander mischst, wird die Verdauung und Nährstoffaufnahme nicht effizient und sogar schädlich. So ist ein Mix aus Eiweiß und Fruchtzucker eher unvorteilhaft. Mehr über Lebensmittelkombinationen erfährst du in diesem Artikel von mir.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Muskelaufbau!


Quellen:
Raw food works – Diana Store, Gabriel Cousens, Brian R. Clement
Wir fressen uns zu Tode – Galina Schatalova

2 Comments

  • Hey cooler Artikel. Besonders die Auflistung der proteinhaltigen Pflanzen finde ich super. Ich habe jetzt auch Hanfsamen für mich entdeckt. Die gehen wirklich fast überall – im Pudding, Salat, Shake… LG Antje

  • Christel Eggert

    Reply Reply September 23, 2015

    Sehr gute Informationen

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